Donnerstag, 12. September 2013

Tuning Oppo 103



PS 3, Philips BDP 7500, Oppo 103

Schon vor zwei Monaten haben ich meinen alten Bluray Player, den Philips BDP 7500 gegen eine einen Oppo 103 ausgetauscht. Der Philips bietet in seinem Segment sicherlich gute Qualität und eine anständige Leistung. Jedoch wenn sich sich die ganze Anlage verbessern soll, passt er sicherlich nicht mehr ins Konzept. Das ein Freund sich diesen Player auch kaufte passte natürlich, so das ich den Oppo bei ihm testen konnte. Bei dieser Gelegenheit zogen wir auch Direktvergleich mit seiner alten Playstation 3 als Bluray Player. Und ich kann nun endgültig nicht verstehen das die PS3 von Einigen als guter Bluray Player bezeichnet wird. Die PS3 ist vielmehr eine Spielkonsole die Blurays abspielt. Mehr nicht. Wer vor allem spielt und ab und zu einem Film schaut, oder einfach nicht den Wert auf die Qualität legt, für den soll es auch ok sein. Aber Illusionen sollte man sich nicht machen. Da ich an dem Tag meine CD mit weisen Rauschen vergaß, machten wir einen es mit einem addierten das Frequenzbild, in dem wir die ersten 2 Minuten von Mission Impossible 4 auf summierten. Dieser Test unter gleichen Anschlussbedingungen zeigte schon einmal das der Oppo alleine schon wesentlich mehr Eingangssignal bringt ( 15,6 dB mehr kamen aus den Lautsprechern ). Die Terzbandmessung bestätigt auch den subjektiven Eindruck das die PS3 ganze Geräusche schlichtweg verschluckt. Bestimmte Gehgeräusche auf dem Asphalt waren schlichtweg nicht vorhanden. Die PS 3 verschmiert während der Oppo wesentlich klarer auflöst. Auch wenn man den Test anders aufbauen könnte, spricht er eine klare Sprache.

Der Oppo 103

Die Firma chinesische Firma Oppo ist ein Beispiel (Herstellerinfo) dafür das es nicht nur billige Waren aus China kommen können, sondern durchaus hochwertige Produkte. Als die ersten Player von Oppo auf den Markt kamen war der Verkauf in Deutschland offiziel nicht möglich das sie damals das in hier nötige CE Zeichen noch nicht trugen. So das sie erst im April 2010 im hier offiziell erhältlich waren.
Der Oppo spielt nicht nur nahezu jedes beliebige Format ab sondern bietet auch eine Fülle an Anschlussmöglichkeiten.  Durch 3D, 2k und 4k Kompatibilität ist der Player absolut Zukunftssicher. Die Einstellungsmöglichkeiten an Bild und Ton lassen so manchen AV-Receiver alt aussehen und sind meiner Meinung ein wenig mehr wie man braucht. Er lässt sich ebenfalls per Apple oder Android bedienen, die ich allerdings nicht so prickelnd finde. Es ist lediglich eine simulierte Fernbedienung. Deshalb benutze ich lieber meine über die L5 Remote ( siehe hier ). Das Online Angebot über die Ethernet und im Lieferumfang befindlichen WLAN Stick sind reichhaltig. Zugang zum Hausinterne NAS zur HD Film- und Musikwiedergabe ist genauso möglich wie zu Online Portalen wie Picasa, Netflix,Film Fresh Pandora Internet Radio, Rhapsody und You Tube. Die Wiedergabequalität von You Tube Videos sind echt erstaunlich, selbst wenn es keine HD Inhalte sind.

Das Tuning

Das Tuning des Oppo leitet sich größtenteils aus meinen bisherigen Tuning des Philips BDP 7500 ( siehe hier ) und meines NAD c 515 bee ( siehe hier ) ab. Elektronisch habe ich Nichts verändert. Überlegungen hierzu habe ich aber bereits und diese werden in ein eventuelles Level 2 Tuning einfließen.




1. Gehäusedämmung mit Bitumen
Was einem CD Player gut tut, tut auch einem Bluray Player gut. Obwohl das Gerät mit rund 5 kg schon ein ordentliches Gewicht mit bringt ist das, wie schon beschrieben, nicht das Wesentliche. Es geht darum dem Gehäuse die Schwingungsfähigkeit zu nehmen. Dazu habe ich das gesamte Gehäuse, dort wo es ging, und das Laufwerk mit Bitumen behandelt. Die Tatsache das der Oppo im Gegensatz zum NAD ein gekapseltes Laufwerk besitzt, bietet hiermit mehr Angriffsfläche und somit einen erheblichen Vorteil.

2. Ferritkern am der Netzspannung
Der Ferritkern wirkt als so genannter Mantelwellenfilter. Das Prinzip das auch bei USB und anderen Schnittstellenkabel genutzt wird. Hierbei werden Störungen durch höherfrequente Quellen (WLAN, Handy usw ) herausgefiltert. Da das Netzteil im Prinzip wie eine Antenne wirkt und die Netzspannung durch induktives Übersprechen überlagert. Grundsätzlich ziehe ich geschlossene Ferritkerne solchen Halbierten vor, da man somit keine Kontaktprobleme der beiden Hälften hat und man somit eine bessere Wirkung erzielt. Deshalb habe ich sie aus den Plastikhalterungen heraus genommen und direkt mit Kabelbinder fixiert. So haben sie in jedem Fall Kontakt. Solchen Ferritkern brach man definitiv nicht zu kaufen auch wenn sie nicht die Welt kosten. Einfach einen alten PC ausschlachten oder ein USB Kabel zerlegen und man hat einen zur Hand. In diesem Fall nahm ich zwei Kerne da es sich um keine geschlossenen handelt. Ein wenig Schrumpfschlauch zur Isolierung drüber und fertig.

3. Netzteilabschirmung
Die Abschirmung des Netzteils verfolgt ein ähnliches Prinzip wie die des Ferritkern. Da in einem Schaltnetzteil hochfrequente Magnetfelder entstehen findet hier auch ein Induktivesübersprechen auf Signalbauteile statt. Durch die Abschirmung werden diese Felder innerhalb des Netzteils gehalten. Die Abschirmung besteht aus alten Röntgenfilmen und handelsüblicher Alufolie. Dabei bildet der Röntgenfilme nur eine isolierende Schicht um Kurzschlüsse zu vermeiden sollte sich die Abschirmung wieder Erwarten lösen. Die Schichten sind mit normalem Uhu verklebt, zugeschnitten und mit Heißleim am Bodenblech fixiert.

4. Gehäusekühlung
Um dem Gerät mehr Luft zu verschaffen bohrte ich über allen wärmeproduzierenden Teilen mehrere 6mm Löcher. Dies umschloss den Prozessor und alle Spannungsstabilisatoren. Ferner war es durch Netzteilabschirmung wichtig geworden, da dort ansonsten eine Hitzestau entstehen könnte. Oberfläche des Deckels abkleben, Positionen übertragen, körnen und mit kleinen Bohrern vorbohren. So hält man die Menge des Metallgrades gering und hat später nach dem entgraten ein schönes optisches Ergebnis.

5. Prozessorkühlung
Hierzu nimmt man wieder die ausgeschlachteten Teile eines PC's zur Hand. Hier ein alter Prozessorkühler. Man schraubt ihn mit,Wärmeleitpaste dazwischen, auf den Originalen Prozessorkühler. Ein langsam drehender 12cm Lüfter hilft zwar auch, und ist recht leise und effektiv wenn man ihn mit der 5V Spannung aus der USB Schnittstelle bestreibt. Aber der Aufwand und die Geräusche sind irgendwie unnötig.


















Ziele und Fazit

Meine Ziele dieses Tuning ist natürlich u.A. eine Qualitative Verbesserung von Bild und Ton. Allerdings muss ich sagen das ich dazu einen Direktvergleich zu einem ungetunten Oppo 103 brauche. Während ich mit der reinen Bitumendämmung an meinem NAD CD Player direkt merkliche Verbesserungen festgestellt habe, ist dies hier nicht der Fall. Hier irgendetwas ohne Vergleich zu behaupte wäre unseriös. Aber das kommt.

Das Zweite Ziel ist die Steigerung der Lebensdauer des Gerätes. Durch die Maßnahmen die Betriebstemperatur des Gerätes zu senken verlängert man auch die Lernensdauer. Da jedes elektronische Bauteil für bestimmte Betriebstemperaturen ausgelegt ist, wird damit nicht nur der optimale Arbeitspunkt des Bauteils bestimmt, sondern auch die Lebensdauer. Das Beste Beispiel sind Elektrolydkondensatoren ( siehe hier ). Die Lebensdauer eines Elkos ist maßgeblich von der Verdunstungsrate der darin befindlichen Elektrolyt abhängig. Hier wird oft bei billigeren Geräten an Qualität gespart. 16V Elkos an 20V Spannungen, was bedeute das die Temperatur steigt und das Gerät pünktlich nach der Garantie defekt ist. Oder es werden Elkos benutzt zwar die Richtige Spannung besitzen aber nicht für die entstehenden Temperaturen gedacht sind.

Garantie oder Mut zum Risiko

Und hier ist auch das Argument warum ich dieses Tuning nicht nach Ablauf der Garantie sinnvoll ist. Änderungen am Gerät die auf eine Steigerung der Lebensdauer des Gerätes hinausziehlen, machen nach Ablauf der Garantie keinen Sinn mehr. Würde der Hesteller die Richtigen Elkos oder den ein oder anderen Kühlkörper mehr einbauen, würde das pro Gerät vieleicht 10 Euro mehr kosten, bei 100 000 Geräten aber gleich eine Million. Sowie das 100 000 Kunden die nach 3 Jahren kein neues Gerät kaufen. Also....nach 3 Jahren ist schon genug Hitze durch das Gerät gegangen. Die Bauteile u.U. zu lange mit hohen Temperaturen traktiert und vertrocknet. Hier ist Mut zum Risiko gefragt und die Frage ob man sich den eingebauten Sollbruchstellen des Herstellers ergeben will. Das große Risiko dabei ist nur ob da noch andere Schwachstellen sind von denen man nichts weiss.

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Kommentare:

  1. Bitte den nächsten Satz als Kompliment auffassen:

    Du bist echt ein Freak :)

    Wer Löcher in einen nagelneuen Oppo bohrt, der kann nur einer sein ;)
    Aber ein sehr interessanter Bericht mit viel Aha Effekten und eben der Aufklärung über die "Sollbruchstellen" - natürlich spart es den Herstellern bei hoher Auflage gewaltige Summen, die aber bei 10 Euro pro Stück locker auf den VK in doppelter Höhe aufgeschlagen werden könnten.

    Welcher Käufer würde nicht liebend gerne 20 Euro mehr bezahlen, wenn er dafür eine 2-3 Jahre längere Lebensdauer seines Gerätes hat PLUS bessere Film/Ton Qualität?

    Hier trifft eher deine weitere Erläuterung zu, dass schon für die Zeit nach Ablauf der Garantie fest einkalkuliert wird, neue Geräte unter das Volk zu bringen und am besten genau abgestimmt auf die neue Modelreihe, die zuuuufällig genau in diesem Zeitfenster auf den Markt kommt.

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  2. Vielen Dank. Ich sehe es als Kompliment. Ziehe aber eher den Begriff "Nerd" vor. ;-)

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    1. OK - hast Recht. Nerd hört sich auch irgendwie positiver an ;)

      Vielleicht sollte man mit deinem know-how eine Firma gründen, die solche "modifizierten" Geräte vertreibt. Sind dann zwar etwas teurer, aber haben eben die erwähnten Vorteile in Qualität und Lebensdauer.

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  3. Soweit würde ich nicht gehen.Um Tuning in einem kommerziellen Rahmen durch zuführen bedarf es mehr als ich leisten kann. Um gegen bereits vorhandene Tuner wie z.B. Cinemike zu bestehen bedarf es mehr Erfahrung und einer adäquten Werstattausstattung. Pläne der Geräte und passende Messgeräte sind dabei Pflicht.

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  4. Klar - das muß dann schon auf eine höhere Niveau Ebene, aber das Know How und der nötige "Nerdfaktor" wäre ja schon mal vorhanden, was ja das Wichtigste ist :)

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