Mittwoch, 21. August 2013

Tuning, Kabel; Voodoo oder sinnvoll ?

Das ich lange Zeit keinen Post mehr geschrieben habe, heißt nicht das ich untätig war. Nein es ist viel passiert. Ich habe viel gebaut und umgebaut. habe das eine oder andere Kino von ebenfalls solchen Verrückten wie ich gesehen. Und was viel wichtiger ist, ich habe mich selber bei vielen Sachen eines besseren belehren lassen, und dabei Neues gelernt. Man soll eben nie seine Augen gegenüber Neuem verschließen. Auch an meiner Gerätefront hat sich was getan. Es gibt also viel zu schreiben.

Aber zurück zum Thema. Was ist Voodoo und was sinnvoll im Hifisegment ? Ich finde der Begriff Voodoo wird viel zu leichtfertig benutzt, gerade im so bekannten Hifi-Forum. Sicherlich gibt es definitives Voodoo, also schlichtweg Geldmacherei. Seien es neue hochwertige Kabel, Abdorber, Spikes, Impedanzkorrekturen oder auch das Tuning von Geräten sollte man definitiv nicht von Voodoo reden.

Alle diese Angelegenheiten haben eins gemeinsam. Ihnen liegt ein physikalisches Prinzip zu Grunde. Wer das leugnet hat in der Schule im Physikunterricht aus dem Fenster geschaut. Ob dieser oder jener Effekt Klangglich zum tragen kommt steht auf einem anderen Blatt. Dazu hängt es von folgenden Faktoren ab:

1. Die Qualität meiner Anlage

Nehme ich nun für die Verbindung vom CD Player zum Verstärker ein neues hochwertiges Kabel, zum Beispiel aus Silber, wird sich der Klang in jedem Fall verbessern. Hören kann ich dies allerdings nur wenn meine Komponenten eine gewisse Qualität besitzen. Mit Lautsprecher für 300 Euro das Paar und einem Verstärker 300 Euro, oder einem AV-Receiver für 500 Euro wird dies nichts werden. Perlen vor die Säue.
Bei einer AV Vorstufe von 1600 Euro und einer Endstufe von 2000 Euro sieht die Sache anders aus.  Außerdem sollte man die Auswahl der Medien nicht vergessen. Hier sollte auch die Qualität stimmen. Hört man hier keine Unterschiede, liegt es schlichtweg daran das die Anlage sie nicht rüber bringt. CD ist nicht CD und BlueRay nicht BlueRay. Selbst deustche und englische Tonspuren bergen teileise erhebliche Unterschiede.
Wie ein Freund von mir immer sagt. Nur wenn die Kette stimmt kann ich erwarten das bestimmte Dinge zum tragen kommen.

2. Die Aufstellung meiner Anlage und akustische Maßnahmen

Ja und schon wieder das alte Thema. Der Raum. Eine lieblos aufgestellt Anlage spielt immer unter ihren Möglichkeiten. Der Raum ist eine feste Größe in der Akustik, und so lange man seine Anlage nicht auf einer großen Wiese ohne Umgebungsgeräusche aufstellen kann, immer ein limitierender Faktor.

3. Das eigene Gehör 

Wie Musiker lernen sollte wie sich eine Quart oder ein Terzintervall anhört, wie Dur und Moll klingt, muss man auch sein Gehör an Feinheiten beim Musik hören heran führen. Aspekte wie Räumliche Tiefe, Räumliche Ort, der Kontur und Dynamik von Ton sind Dinge die man lernen muss zu hören. Das Gehör ist ein Instrument das man tranieren kann.
Ein Freund von mir, der von Zeit zu Zeit zum Filme Schauen vorbei kommt, sagte lange Zeit immer nur. " Ich kann nicht sagen warum, aber es klingt besser wie beim letzten Mal." Jedoch beim letzten Durchgang Avatar sah er mich plötzlich entgeistert an. Als ich ihn fragte warum, sagte er das er gerade gehört hat wie Palietten im Haar von Neytiri ( im Sturzflug auf den Saurier ) aneinanderprallten. Das hätte er weder im Kino noch sonst wo gehört. Und da wusste ich. Er hat es verstanden.
Das Gehör ist auch abhängig von der Tagesform. Wer gestresst oder müde ist wird merken das er an Tagen an denen er das nicht ist wesentlich mehr heraus hört. Unter der Voraussetzung das er sich darauf einlässt und nicht schon jetzt sagt das es Voodoo ist.


Welches Kabel für welche Anlage

Egal ob Lautsprecherkabel, Chinch oder HDMI. Meine Regel, mit der ich sehr gut fahre.....Verbinde ich zwei Geräte nehme ich die Summe des Anschaffungspreises beider und gebe für das Kabel dazuwischen 5-10% davon aus. Somit bleibt eine realistischer Rahmen erhalten.
D.h. kosten Verstärker und Lautsprecher zusammen 1000 Euro sind Lautsprecherkabel für 50 bis 100 Euro realistisch.  Aber wichtig ist einen guten Hifihändler zu haben der einem die richtigen Kabel empfehlen kann. Der auch die Ehrlichkeit besitzt zu sagen das das eine Kabel für 60 euro besser ist als das für 100 Euro. Dem Kundenzufriedenheit wichtiger ist als Gewinnspanne. Aber das Wichtigste überhaupt ist probieren. Mitnehmen, zu Hause anschließen und anhören. An der eigenen Anlage. Geschrieben wird viel und noch mehr gelabert. Doch ob das Kabel den gewüschten an Effekt bringt kann man nur selber entscheiden. Denn es muss gefallen. Kabel klingen nicht. Sie beeinflußen durch ihre Eigenschaften und Materielien den Klang. So kann der Effekt eines Silberkabel an einer warm klingenden NAD Endstufe sehr gefallen, an einer Arcam oder modernen Rotelendstufe die Hölle sein. Der Geschmack entscheidet und dazu hilft nur testen, testen, testen.

Mehr zum Thema Kabel
audiophil-online

Gerätetuning

Auch wenn ich schon meinen alten BlueRay Player ( siehe hier  ) umgebaut habe, war das eher zum Thema lebensverlängernde Maßnahmen. Ein Player der 4 Jahre alt ist und ca 150 Euro gekostet hat, sollte eigentlich schon längst defekt sein. Schaut man sich in den Foren um ist das auch schon oft so der Fall. Auch wenn ich ihn schon gegen eine Oppo 103 ( ebenfalls selbst getunt, Bericht folgt ) ausgetauscht habe, so spielt er im Schlafzimmer munter weiter.
Das Tunen von Geräten stößt oft auf Widerstand weil nicht verstanden wird was dort eigentlich gemacht wird, und welcher Effekt damit erzielt wird.
Grundsätzlich muss man sagen das nicht jedes Gerät das Potential für Tuning bietet. Dies ist das A und O. Damit der Aufbau gemeint, Schaltungaufbau, Komponentenqualität und solide Bauweise. Ein gutes Beispiel ist ein CD Player. Er besteht vereinfacht aus 3 Teilen. Netzteil, Laufwerk und Signalverarbeitung. Das Netzteil sollte stabile und störungsfrei Spannungen liefern, das Laufwerk ruhig und sauber abtasten, und die Signalverarbeitung ( im speziellen AD Wandler ) störungsfrei mit einem guten Signal zu Rausch Verhältnis eine gutes Analogsignal liefern. Hat man das erst man verstanden wird es einfacher. Was bedeutet das alle Maßnahmen an diesen 3 Punkten angreifen. Das Problem ist nur zu wissen welche Maßnahme zum gewünschten Erfolg führt und den Aufwand rechtfertigt.
Nehmen zum Beispiel das Laufwerk. Meinen NAD C515 bee habe ich diesbezüglich getunt ( Beschreibung folgt ). Ein ruhig drehendes Laufwerk bringt Effektiv mehr räumliche Tiefe über das ganze Frequenzbild und eine schlankeren konturierten Bass. Da in einem CD-Player durch u.a. durch Motor und Netztrafo Vibrationen erzeugt werden, die das ganze Gerätegehäuse in Schwingung bringen, und sich auf die Laufruhe des Laufwerkes auswirken ist dies ein lohnenswerter Angriffpunkt. Ein Drehkreisel der sich ohne Beeinflussung drehen kann, dreht immer noch am längsten. Oder?
Netzteiltuning zielt grundsätzlich auf Stabilität und der Eliminierung von Störeinflüßen. Sei es schaltungsintere durch günstige Bauteile oder externe Störungen wie Hochfrequenzfelder, ( WLAN, Handynetz, Magnetfelder ), oder Störungen der Netzspannungen ( siehe hier ).
Die Stabilität der Spannungen kommt bei CD-Player ebenfalls der Laufruhe zu Gute. Bei Verstärkern allerdings umso wichtiger da gerade bei tiefen Frequenzen mehr von einem Netzteil verlangt wird. Hier trennt sich u.a. die Spreu vom Weizen. Ist das Netzteil stabiler, klingen Verstärker gerade im Bassbereich runder, weniger verschwommen, werden präziser. Schnelle tiefe Basslaufe lassen sich klarer auseinander halten, und ein Kontrabass klingt mehr nach Kontrabass. Knickt das Netzteil schnell zusammen klingt es unten geklumbt und dröhnend. Da aber die meisten von uns es eh nicht anders kennen. Aus dem Radio mit extremer Loudnesskompression, wissen viele nicht das es anders klingen kann, bzw. wie es wirklich klingen soll. Der Gipfel des schlechten Geschmacks sind z.B. Sender wie Big FM.
Oft hört man beim Thema Tuning Argumente wie. Wieso tunen dann kann ja auch gleiche ein besseres Gerät kaufen. Ja kann man. Doch der finanzielle Einsatz ist unter Umständen wesentlich höher wie der für das Tuning. Dazu muss man auch noch bedenken das man beim Verkauf des alten Geräte mit Verlust rechnen muss. Plant ein Hersteller einen bestimmten AV Reiceiver plant er diesen für ein bestimmtes Preissegment. Was heißt das zum Schluss nicht mehr um klangliche Vollendung, sondern um Erhaltung der Zielgruppe. Das heißt praktisch betrachtet. Man nimmt Sannungstabilisatoren die 5 Euro das kosten und nicht die besseren für 10 Euro. Die Netzelkos haben 100uF auch wenn 470uF besser wären. Die Entwickler bei Marantz, Denon und Co sind sich dieser Tatsache wohl bewusst. Doch würden sie dieses Spiel Konsequent zu Ende spielen würde der AV Receiver der für 1000 Euro auf den Markt gehen sollte schnell mal Doppelte das kosten. Was soviel heißt das die Vorgaben der Geschäftsführung nicht erfüllt werden würden.
Hat man allerdings ein Gerät was das dementsprechende Potential besitz, man kennt die entsprechenden Möglichkeiten und Angriffpunkte hat man ein Gerät das sich weit vom Serienprodukt abhebt.
Allerdings so tief eingreifende Maßnahmen wie z.B. einem Cinemiketuning, der übrigens mit den Herstellern eng zusammen arbeitet, sind alleine nicht zu realisieren. Dazu bedarf es der Schaltpläne, Messinstrumente und einer Menge Know How.
Einfache Dinge wie Netzteilabschirmungen, Einbau von Feritkernen, Gehäusedämmung mit Bitumen, Verbesserung der Kühlung sind einfach zu realisieren und bringen um Verhältnis zum Aufwand einen ansehnliches Ergebnis. Die passenden Beispiele folgen in den Post zu meinen selbst getunten NAD C515 bee und Oppo 103.

Beispiele für Tuning:
Cinemike
Beispiel für Netzteiltunning:
Anhand der Marantz AV 7005. Man beachte vor allem die Oszilloskopbilder der bearbeiteten Netzspannung
Tuninganbieter ( mit schönen Erklärungen zum Thema )
audiophil-online ( allgemeine Erklärungen zum Thema )
manfredhund.de

Unter der Voraussetzung das er sich darauf einlässt und nicht direkt sagt das es Voodoo ist. Nach dem Motto was der Bauer nicht kennt frisst er nicht. Dabei sollte man sich immer eine gesunde Skepsis immer erhalten, selber probieren und Effekte hinterfragen. Sich mit Anderen über das Thema austauschen ist auch ein wichtiger Aspekt und erspart so manchen Irweg.
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