Sonntag, 3. Februar 2013

Der Raum als Akustische Größe Teil 3 , Raummoden und mögliche Maßnahmen

Wie ich schon in anderen Posts klar gesagt habe ist der Raum genau so wichtig wie die Anlage selbst.Diesmal geht es um Raummoden. D.h. stehende Wellen die direkt mit der Raumgröße in Zusammenhang stehen. Die ihre Wellenlänge handelt es sich dabei um die tiefen Frequenzen, was die Sache auch gleich kompliziert macht. Denn sie besitzen eine wesentlich höhere Energie als hohe Frequenzen. Was bedeutet das der dazu nötige Aufwand ebenfalls steigt. Die Hauptraummode ist demnach 31 Hz. Alle weiteren ( 62 Hz und 93 Hz ) ergeben sich aus der halben Wellenlänge. Die werden bei Reduzierung der Grundresonanz ebenfalls beeinflusst.

Wie man hier sehen kann lassen sich die Frequenzen einerseits ausrechnen und messen. Mit der bereits vorgestellt Apple App Acoustical ( siehe hier ) ist dies durch Eingabe der Abmessungen des Raumes möglich. Es werden einem dabei die axialen, vertikalen und tangentialen Stehwellen angezeigt. allerdings gibt auch einige kostenlose Online-Rechner. Doch endgültig aussagekräftig ist nur eine akustische Messung. In meinem Fall mit dem Mic W436 ( siehe hier ) und der passenden Software ( siehe hier ) mittels iPad.

1. Kantenabsorber

Die wohl bekannteste Möglichkeit Raummoden zu eliminieren sind Kantenabsorber aus Basotect ( siehe hier ) oder Glaswolle. Wobei das teurere Basotect durch seinen höheren Wirkungsgrad und gesundheitlichen Vorteile die bessere Wahl ist. Glaswolle sollte schon ordentlich verpackt sein. Auch wenn viele auf Kantenabsorber schwören sollte man realistisch bleiben. Sie haben ihre Grenzen. Die Anzahl an Kantenabsorbern die ich bei Frequenzen unterhalb von 80 Hz brauche erinnern dann wohl eher an den Lagerraum eines Lieferanten für Basotect. Also bitte nicht....
Außerdem ist die Bandbreite für einen massiven Einsatz eher zu groß, und man macht mehr kaputt als gut.
Ich empfehle keine fertigen Kantenabsorber zu nehmen, sonder 10cm Basotectplatten zu Dreiecken mit 25 cm Flankenlänge zu schneiden. Kommt erheblich günstiger und hat die gleiche Wirkung wie fertige. Verkleidet sollte der Spaß eh noch werden. Wer möchte die schon so in seinem Wohnzimmer oder Kino haben. Wichtig zu erwähnen ist das man die Oberfläche nicht mit Kleber oder geschlossenen Oberflächen abdecken sollte. Stoff ist durchaus ideal und simpel. Möchte man gleichzeitig noch etwa  im Hochtonbereich etwas tun, bietet sich auch ein schwerer Bezugsstoff oder Filz an.

2.Plattenschwinger

Eine erste gute Möglichkeit tiefe Frequenzen relativ selektiv zu entfernen sind Plattenschwinger. Dabei wird, wie schon der Name sagt, eine schwingende Platte mit einer definierten Masse in einem definierten Abstand zu einem gedämpften Hohlraum  angebracht. ( siehe hier ) Das Problem ist das nachträgliches anbringen von optischen Veränderung, wie z.b. Lackierungen, die Masse und somit die Abstimmung verändern. Also so wie ich finde eher schwierig abzustimmen.

3. Helmholtzabsorber und zwar abstimmbar

Von Helmholtzabsorbern  ( siehe hier ) wird oft das behauptet was ich von Plattenschwingern halte. Sie wären schwierig abzustimmen. Denen sollte gesagt sein. Dann seid ihr es bis jetzt völlig falsch angegangen. 

Was ist ein Helmholtsabsorber

Im Prinzip eine Bassreflexbox ohne Lautsprecher. Die einfachste Form ist schlichtweg eine Glasflasche mit Dammmaterial .

Um mir lange Texte zu ersparen haben ich die Zusammenhänge der Wirkungsgrößen ( Wirkungsgrad und Bandbreite)  und deren beeinflussbaren Größen ( Gehäusevolumen, Rohrfläche, Rohrlänge ) in visueller Form dargestellt. Der hier dargestellte ist ein nicht abstimmtbarer Helmholtzabsober. D.h. ein festes Rohr. So wie es als schwer abstimmbar gilt.

Nimmt man allerdings ein bewegliches Bassreflexrohr ist das Gerücht der schlechten Abstimbarkeit nur noch ein Gerücht. Nun kann man unter Benutzung eine Meßmicro Absorber durch verändern der Rohrlänge genau einstellen.

4. Kombinieren von Maßnahmen

Wie hier zu sehen, ebenfalls mit der App Acoustical, sind die Raummoden im vertikalen Verlauf von unten nach oben abnehmend. So habe ich den Absorber auf Füße gestellt, und somit eine Art Bassreflexkanal erhalten. Die Höhe ist ca 15 cm. Somit habe ich den meisten Schalldruck, in den Ecken nun mal am größten relativ gut erfasst. In Kombination mit dem Basotect lässt sich eine gute Wirkung erzielen. Zur Zeit stehen zwei massiv bedämpfte 100 Liter Helmholtzabsorber in den hinteren Ecken. Beide auf 32 Hz abgestimmt. Insgesamt habe ich 4 Absorber gebaut, konnte aber fehlenden Rohren nur zwei fertig stellen. Ich werden in jedem Fall noch einen brauchen, da zwei bei solch tiefen Frequenzen nicht reichen. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. 


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Kommentare:

  1. Alles sehr gut beschrieben und verständlich! Find ich gut :)

    Hoffe es kommt noch Teil 4?!

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