Mittwoch, 15. August 2012

Allium 45, das Gehäuse Teil 1

Allium 9, das Probekonzept
Rear, Allium 9
Da dies ein neu entwickeltes Konzept ist, bin den konsequenten Weg gegangen, und habe die bereits vorgestellten Allium 9 ( siehe hier ) gebaut. Dabei ging es mir zu überprüfen ob die klanglichen Eigenschaften des Gehäuses den Aufwand lohnen Chassis von mehreren hundert Euro zu verbauen. Und ja das klangliche Ergebnis hat überzeugt. Deshalb sind diese jetzt als Rear in Betrieb. Zwar nicht in Punkto Leistung den Mezzo's nicht  überlegen aber klanglich auf jeden Fall. Und das war es was wollte ich erreichen wollte.
Eine Beschreibung der verwendeten Chassis und Aufbau der eigens entwickelten  Frequenzweiche findet ihr hier.


Für diejenigen die meinen Blog noch nicht kennen und sich fragen warum ich mir diese Arbeit überhaupt mache: siehe hier

Allium 45, das eigentliche Ziel

Da der Gehäuseaufbau nicht dem 08/15 MDF Konzept entspricht, war es mir auch wichtig die nötigen Erfahrungswerte zu sammeln. Und auch dies trug Früchte. Während ich für die Allium 9 bestimmt 6 oder 7 mal in den Baumarkt lief, und ungefähr 3 bis 4 Schreiner mit Fragen genervt habe, war es diesmal mit einem Gang zum Baumarkt getan. Und auch die Bauzeit hat sich zwangsläufig erheblich reduziert.


Das Konzept ist ein 45 Litergehäuse für ein 2 Wege System bestehen aus einem Scan Speak 18W4531 Revelater Tieftöner. und einem Hifi Zenit S28 Hochtöner. Ich schreibe beim Scan Speak extra nur Tieftöner, und nicht Tief-/ Mitteltöner, da der S28 bei unglaublichen 800 Hz zu den Scan Speak getrennt wird. Aber dazu später mehr.

Und am Anfang steht immer der Plan........
Dieses Mal kam ich auch hier  mit weniger Versuchen klar. Das Grundkonzept stand ja. Hier galt es nur die Beste Positionen der Chassis, der Horizontalverstrebungen in der Vertikalen zu ermitteln. Nach der ein oder andren Rücksprache mit Hifi Zenit stand dann endlich der endgültige Plan fest.
Plan Allium 45
Das Innengerüst besteht wie bei den Allium 9 aus 19mm MDF-Platten. Witzigerweise aus drei verschiedenen. Die senkrechte Innenverstregung aus weiss funiertem, die Frontplatte aus schwarz gefärbtem und die Querverstrebungen aus unbehandeltem MDF. Aber das war eher Zufall und hast was mit Resteverwertung zu tun. Dies senkte meine Kosten und zu sehen ist es später eh nicht mehr. Konnte mir also nur recht sein. Das die Frontplatte schwarz war kam mir sogar entgegen. Sieht man bei den Allium 9 noch das rohe helle MDF an den Lautsprecherausschnitten und dem Bassreflexschlitz, so ist dies hier nicht mehr der Fall. Wie man später sieht habe ich diese trotzdem zusätzlich schwarz gebeizt. Dies werde ich bei den Rear auf jeden Fall noch nachholen. Sieht einfach blöd aus.

Mittelsteg, Innenverstrebung
Dann ging an den Mittelsteg. Mit Bleistift übertrug ich die Aussparungen auf die MDF-Platten, bohrte mit einem 2cm Lochbohrer die Ecken aus und erledigte den Rest mit der Stichsäge und Handfeilen und Schmirgelpapier.An den ein oder anderen Ecken kam auch noch mein Dremel zum Einsatz. Ist zwar kurz beschrieben aber war ne Menge Arbeit.

Kreisbohrer
Zu diesem Zeitpunkt waren die horizontalen Querstrebungen und die Frontplatten noch nicht über die CNC Maschine gelaufen und kamen erst später. Leider sind mir auch die Bilder von der Bearbeitung der Querverstrebungen abhanden gekommen. Allerdings war die Bearbeitung absolut identisch wie bei den Allium 9. Und wie man hier im zweiten Bild sieht habe hier ebenfalls mit einem Kreisbohrer Löcher rein gebohrt. Der einzige Unterschied ist das ich hier nur eine Größe benutze habe während es vorher noch drei unterschiedliche Lochgrößen waren.
Während ich vorher mich beim Befestigen der Sperrholzschichten zu Anfang noch mit Schraubzwingen und Spanngurten abmühte, lies ich dies hier dann komplett sein und schraubte direkt alles mit 3,5 mm Spax Schrauben dran. Da sich die vorher verwendeten 4 mm Spax-Schrauben während des Verspachteln von den Köpfen her als zu globig erwiesen.

In Schritt 1 sieht man das fertige Grundgerüst mit Frontplatte. Alles direkt mit 4x30 und 4x40 Spax-Schrauben direkt verschraubt und verleimt. Es war also alles direkt fest, und ein Abmühen mit Schraubzwingen kann man sich sparen. Lediglich die Anpassung des unteren Teiles mit der Bodenplatte, dem Deckel des Bassreflexkanals und der dazu gehörigen Senkrechtverstrebung bedarf ein wenig mehr Mühe und Sorgfalt.
Allium 45, Innenaufbau und Aussenwand
9mm Biegesperrholz, Vorbiegen
Im Schritt 2 ging es dann an das Anbringen des Biegesperrholz. Dazu habe ich diesmal das Sperrholz schrittweise mit Spanngurten gebogen und mit dem Gartenschlauch nass gemacht. Während ich beim letztem Mal noch mit einem Schwamm das Holz nass machte. Macht man dies schrittweise bleibt das Holz nach dem Trocknen von selbst in einer guten gebogenen Form. Was das Arbeiten extrem erleichtert.
Nun kommen wir zum Anbringen der ersten Schicht Sperrholz. Dazu nun legt man am besten das Grundgerüst seitlich hin und trägt ein den Holzleim auf den Rahmen auf. Ich nahm für die erste Schicht einen Spezialkleber der Aufschäumt und somit eventuelle Lücken schließt. Hier empfiehlt sich am besten zu zwei zu arbeiten da der Kleber sehr schnell abhärtet. Sollte das Holz nass sein schäumt er besonders stark auf. Nun legt man das Biegesperrholz von der Front an auf, bohrt vor und schraubt alles schrittweise an den Verstrebungen fest. Ist man an den hinteren Rundungen angekommen, legt man das Gehäuse auf die Front, trägt weiteren Kleber auf und schraubt sie weiter Fest, bis man komplett um das Gehäuse herum ist. Hierzu empfehle ich 4x 30 Spax-Schrauben

Hier sind drei Dinge empfehlenswert:
1. Zwei Maschinen benutzen; eine zum Vorbohren eine zum Schrauben. Bei diesem Schaumkleber muss man zügig arbeiten.
2. Gerade an den Rundungen hilft es wenn man beidseitig und schrittweise mit kleinen Schraubzwingen vor dem Anschrauben das Sperrholz anpresst.
3. Nicht mit Schrauben geitzen, gerade an den Biegunggen.

Hat man um beide Lautsprecher eine Schicht dran, sollte man sie einen Tag stehen lassen.
Die weiteren Schichten sind dann halb so wild. Hierzu nahm ich normalen Ponal classic aus der Dose. Schäumender ist eher hinderlich. Die Vorgehensweise ist die selbe wie bei der ersten Schicht. Hier kann man allerdings 3x16 Spax nehmen und sich das Vorbohren sparen. Die ziehen sich rein wie nix. Den Holzleim trägt man am besten mit einer Rolle schrittweise auf die erste Schicht Sperrholz auf. Und dann wieder nicht mit den Schrauben sparen. Man sollte jedoch in einer Linie um die Rundungen herum bleiben, und sie bei der nächsten Schicht leicht versetzt rein schrauben. Da der Kreisumfang immer größer wird, ist es von Schicht zu Schicht immer einfacher.

Als alle drei Schichten dran und getrocknet waren folgte Schritt 3. Alles überflüssige Sperrholz musste ab. Den Grobschnitt machte wieder der Schreiner mit Kreis und Bandsäge. Für den Feinschliff begann ich mit einem Elektrorundschleifer ( Schleifpapier 80er Körnung ). Anschliessend von Hand mit einem Schleifpapier und Holzklotz. Nun ging es wieder daran zu schleifen und zu spachteln. Hierbei muss ich sagen das ich vom Handling nichts anders gemacht habe wie beim letzten Mal beschrieben. Nur der Umstieg auf 3mm Spax machte die Sache einfacher.

Und nun ...... schauen wir uns das Ergebniss mal genau an..


Da es mein Beruf ist unter vielem Anderem auch Computertomographen zu bedienen wollte ich diese Möglichkeit nutzen um das Ergebnis zu überprüfen.
Außerdem wollte ich die genaue Position für die späteren Bohrungen für die Polklemmen ermitteln. Da nach dem Funieren das Anbohren einer der hundert Schrauben das Ergebnis echt verschandeln würde.
Endkontrolle mit dem Computertomographen
Ich ging in also in meiner Freizeit daran, die Lautsprecher auf dem Tomographen zu legen, und von jedem Lautsprecher zwei Topgramme oder auch Piloten zu fahren. Richtige Schnittbilder sind wegen den Schrauben nicht möglich. Denn diese würden Störungen im Bild verursachen.
Nun konnte ich in der Nachverarbeitung  des Computertomographen mittels Längenmessung von der Oberkante der Lautsprecher aus, schraubenfreie Stellen bestimmen und markieren, in die ich später gefahrlos bohren kann.

An dieser Stelle vielen Dank an Hans Peter Bund für Nutzung seines CT's und die Erlaubnis die Bilder zu veröffentlichen.

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Kommentare:

  1. netter Blog. Gefällt mir!

    Grüße Armin

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  2. Hallo Danny!
    Einen schönen, ausführlichen Bericht hast Du wieder geschrieben. Und wie schon beim letzten Mal hast Du SPAX verwendet. Super! Besonders gut gefällt uns der Satz: "Und dann wieder nicht mit den Schrauben sparen." Qualität made in Germany zahlt sich eben aus!
    Vergiss nicht, uns auf unserer Facebookseite über Deine Projekte zu informieren!
    Viele Grüße,
    Dein SPAX Team

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