Montag, 25. Juni 2012

Allium 9 Teil 1, Das Gehäuse


Hier möchte ich euch von den Planungen bis zum Funieren zeigen wie ich vor gegangen bin.
Der gesamte Prozess von den ersten Planungen bis sie dann endlich in Betrieb waren dauerte ungefähr 4 Monate. Geduld ist also wirklich notwendig wenn es gut werden soll. Und da ich im Prinzip kein geduldiger Mensch bin.... na ja.

Nach dem ca dritten oder vierten Plan und etlichen Besuchen bei Hifi Zenit, wobei es darum ging die optimale Position der Verstrebungen und der Chassis zu finden, sah der Plan dann so aus.


Nun nicht ganz. Auf dem Plan sind noch die zwei Schichten 12 mm Bieg MDF eingezeichnet. Aber ich hatte irgendwann keine Lust mehr auf Pläne zeichen. Und da die Konstruktion ansonsten so stimmte beließ ich es dabei.
Also ab zum Schreiner mit der CNC. Dort wurde dann die Frontplatten mit dem Bassreflexschlitz und die Aussparungen für die Chassis gefräst. Die Bodenbretter wurden auch mit der CNC bearbeitet, allerdings nur in der Aussenform. Zuerst wollte ich mit Schablonen und der Stichsäge die Bretter selbst anfertigen, aber davon wurde mir abgeraten. Von Hand würde das einfach nicht gleich werden und auf diese Weise ein eng anliegendes Biegesperrholz sehr schwer zu realisieren sein.

3 Wochen später kam dann endlich der Anruf. Die Bretter sind fertig.


Also ab in die Werkstatt. Die senkrechten Zwischenverstrebungen und den einen Mittelboden wurden angepasst bzw. mit Aussparungen versehen. Anschließend verleimt und verschraubt. Damit auch alles direkt bombenfest ist und auch nicht mehr verrutschen kann. Auf diese Weise konnte ich mir Schraubenzwingen sparen und ein wenig schneller voran kommen.


Nun ging es daran das Biegesperrholz rum zu bekommen. Das ich zusätzlich zum Verleimen auch noch Schrauben benutzte war von Anfang an eingeplant. Aber das es so viele wurden ergabt sich aus der Tatsache, das der Übergang von der geraden Seite zur Biegung extrem eigenwillig war. Auch wenn das Biegesperrholz mit Spanngurten vorbiegt ( unbedingt zu emfpehlen ) und dabei extrem nass macht. Schrittweise die Spanngurte weiter zusammen ziehen und gut wässern. So verhindert man man daß das Sperrholz gerade bei engen Radien bricht. Ferner hält es die Biegung von alleine wenn erst wieder getrocknet ist.


Die Sache mit den Schraubzwingen war schnell gehalten. Völlig unnötig. Die erste Schicht wurde mit 4 x 30 Schrauben extrem fest. Vorbohren ist dabei etrem wichtig sonst platz das MDF auf. Bei den weiteren zwei Schichten benutze ich 4 x 16 Spax-Schrauben. Ohne vorbohren direkt hinein. Hier ist nur darauf zu achten am Akkuschrauber die Kraft richtig einzustellen. Biegesperrholz ist sehr weich. Zu viel und die Schraube dreht sich doll und greift nicht mehr. Zu wenig und sie steht raus. Dies ist ganz besonders bei der äusseren Schicht wichtig .
Ein weiterer Erfahrungeswert war das man das Biegesperrholz großzüges bemessen sollte. Lieber mehr überstehen lassen als zu wenig. Das was übersteht muss eh abgeschnitten werden. Die letze Schicht war nähmlich zu klein, was mir eine Woche zusätzlicher Wartezeit einbrockte.
So habe ich alles Schicht um Schicht drauf gemacht. Jeden Tag eine pro Lautsprecher.


Als alles trocken war brachte ich die Teile zum Schreiner. Das Überstehende Sperrholz sollte abgeschnitten werden. Dies ist mit einer Stichsäge nicht kontrolliert zu machen. Nur mit einer guten Kreis- oder Bandsäge wird das was.
Wie sie dann wieder da waren wurde geschliffen und gespachtelt. Man kontrolliert zuerst ob Schrauben überstehen. Dreht sie evtl. nacher oder entfernt die eine oder andere.
Man benutz eine Spachtelmasse die im Modellbau oder bei Reparaturen von z.B. Surfbrettern genutz wird. Wichtig ist daß sie leicht und flexibel ist.
Das Spachteln ist nicht nur notwendig im Schraubenlöcher zu füllen oder abzudecken. Es ist wichtig zum Funieren absolut scharfe Kanten zu schaffen, und keine Hohlräume zu hinterlassen. Also plan machen.
Schleifen, spachteln, schleifen, spachteln.......
Für diejenigen die noch nie mit Spachtelmasse gearbeiten haben gilt es zu wissen: Immer nur kleine Mengen Spachtelmasse mit dem Härter anzurühren. Das Zeug wird sehr schnell hart und ist nach 3-4 min schlecht bis nicht mehr zu spachteln.


Nun dann. Und wieder zum Schreiner. Das Funieren ist eine Kunst die ich leider noch nicht behersche. Nicht das ich es mir nicht zutraue. Aber bis dato besaß ich keine Erfahrungen darin und ich wollte einfach das es perfekt wird.
Ich entschied mich für Kunstfunier in Palisander.  Sehr schön. Und nach 3 Wochen hatte ich sie dann.

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1 Kommentar:

  1. Hallo Danny!
    Das Gehäuse ist Dir ja mal super gelungen! Schön, dass Du dabei SPAX verwendet hast - freut uns natürlich besonders! Übrigens: Für MDF Material gibt es die speziell hierfür entwickelte SPAX-M und mit der platzt das MDF auch ohne vorbohren bei korrekter Anwendung nicht auf.
    Wenn Du magst, stell uns Deine Projekte doch gern auch mal auf facebook.com/spax vor.
    Viele Grüße,
    Dein SPAX Team

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